biografie

Meine Kindheit
Gut – meine Kindheit war, abgesehen von der Behinderung eben nicht sehr ungewöhnlich.
Ich besuchte den heilpädagogischen Kindergarten in Knittelfeld.
Da waren „Rollstuhlkinder“ und „Normale“ Kinder zusammen.
An viel kann ich mich nicht mehr erinnern. Doch an einen Besuch eines Bauerhofs im St.Margarethen.
Das war sehr schön.
Im Fasching war ich als Pirat verkleidet.
Die Schulzeit verbrachte ich in der VS Kärntner.
4 Jahre besuchte ich die Integrationsklasse mit 5 Kindern die behindert waren.
Schon da war mein Leben nicht ganz so einfach.
Die menschlichen Grundbedürfnisse – der Gang zur Toilette war und ist ohne Hilfe nicht möglich.
In der Schule erledigte das meine Lehrerin.
Die Schule war barrierefrei konstruiert, so war es mir möglich mich dort mithilfe meines Rollstuhls zu bewegen.
Ich konnte alles mitmachen – alles ausser turnen natürlich.
Wir spielte lustige Spiele – Wir behinderten Kinder waren vollkommen in den Schulalltag integriert.
Als Schreibmittel stand mir eine elektrische Schreibmaschine zur Verfügung.

So konnte ich im Unterricht mitschreiben, da meine Feinmotorik in der rechten Hand für eine lesbare Handschrift nie ausgereicht hat.
Mit 7 bekam ich meine erste PC-Ausstattung.
Bei vielen sonstigen Handgriffen, die die normalen Kinder halt so tun, waren mir meine Mitschüler behilflich.
Es war eine schöne Zeit. Ich hatte einen guten Lernerfolg.
Danach besuchte ich die Hauptschule in der Realschule Spielberg.
4 Jahre war ich hier in einer Integrationsklasse untergebracht.
1 Lehrerin war für behinderte Kinder zuständig, 2 Lehrer für die anderen.
Diese Schule war leider nicht besonders barrierefrei gestaltet.
Es wurde eine Treppenraupe angeschafft, die mich sammt Rolli über die Stiege in den 2. Stock zum Werkunterricht beförderte.
Ich kann mich erinnern, dort wurde getöpfert und mit Holz gearbeitet

Das hat sehr viel Spass gemacht. Man konnte sich richtig dreckig machen – das war cool.
Wir unternahmen mit der Hauptschule auch einige Ausflüge. Es war nicht immer einfach.
Ich musste sammt Rollstuhl immer in den Bus gehoben werden – wieder raus und so weiter.
Ein Besuch im Prater war eher deprimierend.
Ich bin zwar mit dem Riesenrad gefahren – das war so das Einzige was man mit mir machen konnte – aber zu sehen wie die Anderen mit den ganzen Fahrgeschäften fuhren und ich nicht, war schlimm.
Ich erinnere mich auch an einen Tag am Salzstiegl, einen Tagesausflug ins Roseggermuseum.
Die ausflüge waren eine Bereicherung – Ich war weg von der Heimat – zumindest für einen Tag.
Ich war ein guter Schüler. Im Geografieunterricht hab ich immer einen 1er gehabt und Geschichte hat auch sehr getaugt.
Besonders Maria Theresia war faszinierend – Sie führte die Schulpflicht einund ich glaub das Wahlrecht für Frauen. Auch Martin Luther und seine Ideen fand ich bewundernswert.
Alle waren auf alle Fälle sehr nett zu mir.
Wir machten viele Spässe mit Schülern und Lehrern.
Auch die Mädels fand ich damals schon hübsch, wobei auch die eine oder andere Lehrerin zuzuzählte.
Es waren gute Erfahrungen, die die „Normalen“ von den Behinderten machen konnten und umgekehrt, obwohl sie natürlich eine andere Einstellung zum Leben haben – und vor Allem eine total andere Wahrnehmung.
Bei mir haben meine Sinne eine andere Priorität. Ich bin in meiner Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt, also bin ich auf jene Eindrücke angewiesen, die mich erreichen.
Also Augen Ohren und andere Sinne wachhalten!

Nächstes Jahr mach ich einen Vortrag in einer Schule über mein Leben.

Die Behinderung:
Sie bringt viele Schwierigkeiten mit sich – aber es gibt wie überall positive und negative Seiten
Ich kann mich nicht selber waschen, anziehn, auf die Toilette gehen, liegen gehn, da bin ich auf fremde Hilfe angewiesen.
In der Öffentlichkeit gibts Einschränkungen. Ich hab manchmal den Eindruck, in der Gesellschaft gilt ein Behinderter auch gleichzeitig geistig eher zurückgeblieben
Positiv ist, dass man viele neue Leute kennenlernt, die auch Einschränkungen haben z.B hörbehindert sind und so weiter – man kommt leicht zum reden, und das ist sehr wichtig.
Sich mit den Anderen auszutauschen, z.B. wie der andere mit der familie umgeht – auch die Familie lernt
Ich kann trotz meiner Behinderung selbst trinken, essen und mit einer Hand greifen.
Ich kann am PC schreiben, denken, lesen und am PC malen.

Vorbilder:
Samuel Koch – der Lebenswille seit dem Unfall – er spielt Theater – seine Lebenseinstellung ist unglaublich für mich,

Andi Holzer(blinder Bergsteiger), er hat auch in einer Band gespielt und Gitarre.
Bob Dylan – er stammt aus einfachen Verhältnissen – las Bücher über die französische und italienische Epoche – Er hat mit seinen Liedtexten den Nerv getroffen
Peter Ratzenbeck – weil er Musik machen kann wie ein Künstler – bringt mit den Klängen der Gitarre in mir Bilder zum bewegen.
Immer wenn ich den hör – seh ich Bilder und glaube sie malen zu können – hier entsteht sehr viel Spontaneität und Kreativität
Doogie McLean – wenn ich den hör glaub ich ich wär in Schottland – die Buchten die Burgen wie der Wind meine zarten Wangen berührt – mit der Natur eins zu werden – da vergesse ich manchmal wie mies mein Leben so ist.
STS weil die Texte aus dem mwahren Leben gerissen zb Grossvater